Wandgestaltung: Wände mit coolen Strukturen gestalten

Beim Bezug der ersten Wohnung sind die Überlegungen zur Wandgestaltung oft kurz und enden bei der Wahl zwischen klassischer Farbe und Tapete. Für alles andere fehlen meist Kreativität, Zeit oder Geld. Dabei können Strukturoberflächen im faszinierenden Look eine ideale Alternative sein...

Eine der wichtigsten Überlegungen beim Einzug in die erste Wohnung ist die Wandgestaltung. Oft aus Mangel an Kreativität, Zeit oder Geld fällt die Entscheidung auf klassische Farbe und Tapete. Die ideale Alternative: Strukturoberflächen! Sie schaffen ein ganz neues Raumgefühl und sind dabei einfach zu verarbeiten.

Metall Optik

Der eine macht in Aktien, du investierst in Gold, Kupfer oder Silber. Ob glänzend oder matt, mit Edelmetallen setzt du ganz besondere Akzente an deiner Wand – in jedem Raum.
Der Effekt einer metallisch schimmernden Wand ist wirklich beeindruckend. Bevor du damit eine glänzende Figur machen willst, bedenke, dass speziell der Metall-Look an der Wand die Stimmung des Raumes extrem beeinflusst. Silber, Graphit und Stahlblau lassen ihn beispielsweise eher kühl und technisch wirken. Weiße Möbel und Edelstahl verstärken diesen Effekt noch, das kann durchaus reizvoll sein. Das genaue Gegenteil bewirkt der herrlich warme Goldton, auch hier kommt es auf die Dosierung an. Alle Raumwände im Metall-Look streichen? Nein, aber wohldosiert ein echter Hammer!

      Silber              Graphit             Stahlblau          Blassgold             Gold                 Kupfer          Goldbraun 

Selbermachen: 

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1 | Die Grundfarbe auftragen wie eine klassische Farbe: in Kreuz-Bewegungen, nass in nass, mit sich überlappenden Teilstücken 2 | Nach dem Trocknen der Grundfarbe wird die Effektlasur mit einem Kurzflorroller aufgetragen. Unterteile die Wand ebenfalls in kleine, ein bis zwei Quadratmeter große Abschnitte. Starte in einer der oberen Ecken und arbeite dich dann (wieder nass in nass und leicht überlappend) diagonal nach unten durch. Direkt nach dem Auftrag kommt die Strukturbürste zum Einsatz: in kurzen Schlägen wird die Lasur kreuz und quer über die bearbeiteten Flächen verteilt, auch in bereits angelegte Nachbarflächen hinein, so werden nach Trocknung sichtbare Ansätze vermieden. Wenn die Effektlasur direkt mit der Strukturbürste auf die Grundfarbe gesetzt wird, musst du einen etwas höheren Materialverbrauch kalkulieren – die plastische Wirkung allerdings wird so deutlich prägnanter.

Feinputz Optik

Manchmal kann weniger mehr sein: Diese Wand, scheinbar frisch verputzt, besticht durch ihre erhabene Oberflächenstruktur, die für winzige Schattenflächen sorgt.

Puristen bleiben beim reinen Weiß der Strukturfarbe oder geben ihr einen dezenten Hauch von Zitrone oder Beige. Freunde der Farbe können mit der Feinputz-Optik auch eine der aktuellen Trendfarben (Abbildung zeigt die Trendfarbe Macchiato von SCHÖNER WOHNEN-FARBE) bei sich einziehen lassen. Einmal überstreichen, fertig! Die hier gezeigte Strukturfarbe Feinputz ist aus der Farbenserie von SCHÖNER WOHNEN-FARBE. Es gibt sie in (klassisch) fein oder in extrafein. Die Verarbeitung in den links erläuterten Arbeitsschritten ist für beide identisch. Auf Wänden mit seitlichem Lichteinfall kommt die feine Oberfläche besonders gut zur Geltung.


         Feinputz Optik fein                                  Amarena                                              Frozen

Selbermachen:

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1 | Die Feinputz-Optik Strukturfarbe gut aufrühren, dann mit einem Kurzflorroller nass in nass aufgetragen. 2 | Die frisch aufgetragene Strukturfarbe im zweiten Schritt zügig kreuz und quer mit der Strukturbürste nachbearbeiten. Wenn Du eine Hilfe hast und ihr zu zweit die Wände bearbeitet, könnt ihr parallel arbeiten. Achtet beim Anlegen der folgenden Teilflächen darauf, dass immer in die zuvor strukturierte Fläche hineingerollt wird, so geraten die behandelten Flächen schön homogen. Nach dem Durchtrocknen kann der Farbanstrich erfolgen.

Rost Optik

Eigentlich verpönt und mit allen Mitteln bekämpft, im Wohnbereich eines der angesagtesten Stilmittel: rostige Oberflächen.
Der ästhetische Charme von rostendem Eisen in verrottenden Industrie-Ruinen hat Jahrzehnte lang nur Fotografen begeistert. Heute hat er sich einen breiten Weg in das moderne Design und die aktuelle Architektur gebahnt. Lange Zeit war es technisch schwierig, diesen visuellen Effekt nachzuahmen. Als gelungen kann die Rostlasur aus der Schöner Wohnen-Farbpalette bezeichnet werden. Dabei blüht dir was: täuschend echter Rost! Aber, Achtung: Bei aller Begeisterung für diesen Effekt solltest du diesen mächtigen und Licht absorbierenden Farbton immer wohl dosiert in deinen Räumen verwenden, große Flächen können durch Naturhölzer und farbige Einrichtungsgegenstände akzentuiert werden.

Selbermachen:

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1 | Wie bei den vorangegangenen Typen benötigst du auch beim Rost-Effekt eine dazugehörige Grundfarbe 2 | Nach der Trocknung der Grundfarbe wird die Effektlasur mit einem kurzflorigen Roller in Teilflächen aufgetragen. Beginne oben in einer Ecke und arbeite dich diagonal nach unten. Nach einer Ablüftzeit von ungefähr zwei bis drei Minuten die Teilfläche mit einem weiteren, trockenen(!) Kurzflor-Roller kreuz und quer abrollen. Wenn der zweite Roller bei diesem Nacharbeiten zu viel Lasur aufnimmt, wird das überschuüssige Material auf einer Arbeitsfläche, das kann eine nicht mehr benötigte Tapete oder auch ein Zeitungsblatt sein, ab. Die zweite Rolle sollte keine Lasur im Flor haben. Die Abluftzeit kannst du nutzen, um auf der nächsten, angrenzenden Teilfläche die neue Rostlasur aufzutragen. Auch hier ist Teamarbeit perfekt, nicht nur weil es so mehr Spaß macht: einer arbeitet mit der nassen, der andere mit der trockenen Rolle, so kommst du schneller zum Ziel – und dann aufs Sofa!
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